Wo Craps in Deutschland 2026 legal online spielbar ist – und was die GGL-Whitelist tatsächlich abdeckt
Craps ist in Deutschland ein Spiel mit zwei Realitäten: Auf der einen Seite steht die mathematisch saubere Wette mit einem Hausvorteil ab 1,36 %, auf der anderen eine Aufsichtsstruktur, die Tischspiele und Slots streng trennt. Wer hier nach „Craps-Casino“ sucht, landet schnell auf Seiten, die das Spiel als Spielautomaten verkaufen – und an der Lizenz vorbei.

Stand der Daten: 23 September 2026 · geprüft gegen die GGL-Whitelist (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder).
Inhaltsverzeichnis
- Rechtslage: Warum Craps in der GGL-Whitelist eine eigene Kategorie ist
- Verantwortungsvolles Spielen: Was die deutsche Regulierung dem Spieler tatsächlich gibt
- Spielauswahl: Wo Craps als Tischspiel tatsächlich steht
- Vergleich der Anbieter: Lizenz, Craps-Verfügbarkeit, Bonusstruktur
- Die Anbieter im Detail
- Auszahlungsquote, Einsatzlimits und reale Bonuskosten
- Markt und Aufsicht: Was die Zahlen für Craps-Spieler bedeuten
- Spielerschutz-Tools im direkten Vergleich
- Welche Plattform für welchen Spielertyp
- Zahlungen und Verifizierung: Wie der Geldfluss in deutschen und Offshore-Casinos läuft
- Live-Craps als Mangelware: Was das für das Spielangebot bedeutet
- Was die Recherche nicht klären konnte
- Häufige Fragen
Rechtslage: Warum Craps in der GGL-Whitelist eine eigene Kategorie ist
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder in Halle/Saale führt seit Juli 2021 die zentrale Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele, also Online-Slots mit Bundeslizenz. Online-Casinospiele – also Tisch- und Live-Spiele wie Roulette, Blackjack, Baccarat und Craps – sind davon getrennt: Diese Erlaubnis vergibt nicht die GGL, sondern ein einzelnes Bundesland (§ 22a GlüStV 2021). Die Folge ist eine zweigleisige Lizenzstruktur, die im Whitelist-Abgleich selten sauber erklärt wird.
Zum Stand 07.09.2026 verzeichnete die GGL-Whitelist 166 Einträge insgesamt. Davon entfielen 34 auf virtuelle Automatenspiele (g-id 6), 5 auf Online-Poker (g-id 7) und 27 auf Sportwetten (g-id 5). Unter g-id 3 „Online-Casinospiele“ führte die Whitelist nur 5 Einträge – und alle 5 lagen nicht bei der GGL, sondern auf Landesebene: Merkur Bets Malta, NOVOLINE.DE GmbH, Skill On Net und Tipico Karlsruhe (Zuständigkeit Schleswig-Holstein) sowie die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung (Zuständigkeit Bayern).

Diese Trennung ist der Grund, warum eine Seite mit Slots-Erlaubnis Roulette nicht anbieten darf – und warum umgekehrt Craps auf einer typischen GGL-lizenzierten Plattform selten zu finden ist: Die Erlaubnis für Tischspiele haben nur wenige Anbieter, und selbst dort ist Craps nicht selbstverständlich im Portfolio. § 22a Abs. 11 GlüStV 2021 verbietet es, ein reines Slots-Angebot als „Online-Casino“ zu bezeichnen. Wer ein Craps-Suchender ist, sollte diese Trennung kennen, bevor er ein Angebot bewertet.
Was die Konzession tatsächlich abdeckt
Eine GGL-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele deckt ausschließlich Slots ab – keine Tischspiele, kein Live-Craps, keine RNG-Variante eines Würfelspiels. Die Whitelist selbst ist keine Blacklist: Die GGL veröffentlicht keine Liste unerlaubter Anbieter, sondern nur die Positivliste der Erlaubnisinhaber. Die belastbare Aussage gegenüber einem nicht gelisteten Anbieter lautet deshalb: „X ist nicht in der Whitelist der GGL geführt (Stand 07.09.2026)“. Eine direkte Aussage „X ist illegal“ liefert die Behörde selbst nicht – sie ergibt sich aus dem GlüStV 2021 und aus § 284 StGB (Organisation) bzw. § 285 StGB (Teilnahme), die unerlaubtes Glücksspiel als Straftat einordnen.

Staatliche Kontrolle: OASIS, LUGAS und das anbieterübergreifende Einzahlungslimit
Jeder Inhaber einer deutschen Erlaubnis – ob für Slots oder für Online-Casinospiele – ist an OASIS und LUGAS angeschlossen. OASIS ist die bundesweite Sperrdatei: Wer sich selbst sperren lässt, wird von keinem lizenzierten Anbieter mehr bedient. LUGAS besteht aus zwei Dateien – der Limitdatei und der Aktivitätsdatei – und setzt das anbieterübergreifende Einzahlungslimit durch: 1.000 € pro Monat standardmäßig, erhöhbar gegen Einkommensnachweis. Eine vollständige KYC-Prüfung ist Voraussetzung für die erste Wette. Offshore-Anbieter sind an keines dieser Systeme angeschlossen.
Verantwortungsvolles Spielen: Was die deutsche Regulierung dem Spieler tatsächlich gibt
Die deutsche Regulierungspyramide ist nicht Symbolpolitik – sie hat handfeste Konsequenzen, die beim Craps-Tisch genauso greifen wie am Slot. Drei Bausteine prägen das Bild.
Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat gilt nicht pro Plattform, sondern über alle lizenzierten Anbieter hinweg. LUGAS verhindert, dass ein Spieler durch Aufsplitten auf mehrere Marken das Limit umgeht; gleichzeitig wird Parallel-Spiel erkannt. Der Mindestabstand zwischen zwei Spielrunden beträgt 5 Sekunden – eine alte GlüStV-Regel, die für Craps allerdings weniger relevant ist als für Slots, da ein Craps-Wurf nicht im 5-Sekunden-Takt eines Slots ausgelöst wird.
OASIS als Selbstsperre funktioniert anbieterübergreifend: Eine Sperre in einer Plattform sperrt den Zugang bei allen angeschlossenen. Die Sperre beträgt mindestens ein Jahr und verlängert sich automatisch, sofern keine Aufhebung beantragt wird. Für problematisches Spielverhalten ist das der zentrale Schutzmechanismus der deutschen Regulierung – und das stärkste Argument, ausschließlich bei einem lizenzierten Anbieter zu spielen.
Die 90-Tage-Qualifikationsphase für höhere Einsätze gilt für virtuelle Automatenspiele: Spieler ab 21 Jahren können nach 90 Tagen nachweisfrei bis zu 5 € pro Spin setzen, davor und für jüngere Spieler liegt das Limit bei 1 €, bei 21-Jährigen bei 3 €. Auch diese Aufstockung ist optional für den Anbieter und gilt befristet bis 31.12.2027. Für Craps als Tischspiel sind andere Limits einschlägig – die 1.000-€-Monatsgrenze bleibt aber deckungsgleich.
Spielauswahl: Wo Craps als Tischspiel tatsächlich steht
Craps als Tischspiel ist auf dem deutschen Markt eine rare Ware. Die meisten Plattformen mit GGL-Erlaubnis konzentrieren sich auf virtuelle Automatenspiele und lassen Tischspiele aus. Die Recherche in gängigen Vergleichsportalen zeigt, dass nur wenige lizenzierte Anbieter Craps überhaupt listen – und dass einige wenige Live-Craps-Varianten außerhalb der GGL-Erlaubnis laufen.
Das Spiel selbst: Pass-Line, Come-Out-Wurf und der Point
Eine Craps-Runde beginnt mit dem Come-Out-Wurf. Gewinnt der Shooter eine 7 oder 11 (der sogenannte „Natural“), gewinnt die Pass-Line-Wette sofort. Verliert er mit 2, 3 oder 12 (das „Craps“), ist die Pass-Line-Wette sofort verloren. Fällt eine 4, 5, 6, 8, 9 oder 10, wird diese Zahl zum „Point“. Der Spieler gewinnt die Pass-Line-Wette, wenn der Point vor einer 7 erneut gewürfelt wird; fällt vorher eine 7 („Seven Out“), ist die Wette verloren.
Die Pass-Line-Wette zahlt 1:1 bei einem Hausvorteil von 1,41 %. Die Don’t-Pass-Wette – das Gegenstück – zahlt ebenfalls 1:1, aber mit einem leicht besseren Hausvorteil von 1,36 %. Die Come-Wette folgt den Regeln der Pass-Line-Wette und trägt denselben Hausvorteil von 1,41 %, die Don’t-Come-Wette analog 1,36 %. Damit gehört Pass/Don’t-Pass zu den Hausvorteil-günstigsten Wetten, die ein Casino überhaupt anbietet.
Die weiteren Grundwetten und ihre Mathematik
Über Pass/Don’t-Pass hinaus gibt es eine Reihe von Nebenwetten, deren Hausvorteile sich zum Teil drastisch unterscheiden. Place-Wetten auf 6 oder 8 zahlen 7:6 mit 1,52 % Hausvorteil. Place-Wetten auf 5 oder 9 zahlen 7:5 mit 4,00 %, auf 4 oder 10 zahlen 9:5 mit 6,67 %. Die Odds-Wette hinter Pass/Come – eine Zusatzwette, die nur läuft, wenn ein Point etabliert ist – trägt keinen Hausvorteil (0 %), zahlt aber je nach Point unterschiedlich: 2:1 bei 4 oder 10, 3:2 bei 5 oder 9, 6:5 bei 6 oder 8. Üblicherweise darf die Odds-Wette das 2- bis 10-Fache des Grundeinsatzes betragen, je nach Casino.
Die Wette „Any Seven“ zahlt 4:1 bei 16,67 % Hausvorteil – sie ist die teuerste Wette am Tisch. „Any Craps“ liegt bei 11,11 %, Hardways-Wetten je nach Zahl zwischen 9,09 % und 11,11 %. Die Yo-Wette (Wurf einer 11) trägt 11,11 %, Snake Eyes (1-1) 13,89 % bei Auszahlungen bis 30:1 an manchen Tischen. Big 6 und Big 8 zahlen 1:1 – sind aber gegenüber der Place-Wette auf 6 oder 8 immer die schlechtere Wahl.
Was „listings-only“ in diesem Kontext bedeutet
Die Spielauswahl-Bewertung in diesem Vergleich stützt sich auf Listings, die Vergleichsportale und Anbieter selbst veröffentlichen. „Listings-only“ bedeutet: Es liegt eine belastbare Erwähnung in einer Sekundärquelle vor, aber kein eigener Funktionstest. Für Spieler, die Craps konkret suchen, ist das ein Hinweis, keine Garantie – die Verfügbarkeit kann sich kurzfristig ändern, und die Spielversionen unterscheiden sich teils erheblich.
Vergleich der Anbieter: Lizenz, Craps-Verfügbarkeit, Bonusstruktur
Die folgende Tabelle vergleicht die Anbieter, die im Research-Set enthalten sind. Die Spalten sind nach den vier entscheidenden Fragen geordnet: Wer ist überhaupt zugelassen, hat Craps im Programm, und unter welchen Bedingungen wird ein Bonus beworben?
| Anbieter | Lizenzstatus (GGL-Whitelist) | Craps im Spielportfolio | Beworbene Konditionen |
|---|---|---|---|
| JackpotPiraten | GGL-Whitelist – virtuelle Automatenspiele (Slots), DGGS mbH | nicht im Portfolio | Standard-Slots-Bonus, Craps nicht relevant |
| BingBong | GGL-Whitelist – virtuelle Automatenspiele (Slots), DGGS mbH | nicht im Portfolio | Standard-Slots-Bonus, RTP-Übersicht für ca. 1.200 Spiele |
| DIE SPIELBANK | Whitelist – Slots-Erlaubnis eines Landes (Sächsische Spielbanken) | listings-only in einschlägigen Vergleichsportalen | landesaufsichtlich, kein klassischer Online-Bonus |
| Merkur | Whitelist – Online-Casinospiele-Erlaubnis eines Landes (Schleswig-Holstein), Merkur Bets Malta | nicht im Portfolio (Tischspielpalette fokussiert auf Roulette/Blackjack) | Tischspiel-Bonus, Craps nicht im Standardportfolio |
| Tipico Games | GGL-Whitelist – virtuelle Automatenspiele (Slots) | nicht im Portfolio | Slots-Bonus |
| Wunderino | GGL-Whitelist – virtuelle Automatenspiele (Slots) | nicht im Portfolio | Slots-Bonus |
| Ice Casino | NICHT auf der GGL-Whitelist – Curaçao-Lizenz (WhiteBox B.V.), kein Anschluss an OASIS/LUGAS | listings-only über games.evolution.com (Live-Craps) | Einzahlungsbonus mit 40× Rollover, Freispielgewinne 35× |
| Slottica | NICHT auf der GGL-Whitelist – Curaçao-Lizenz (Atlantic Management B.V., OGL/2024/1060/0472), kein Anschluss an OASIS/LUGAS | nicht im Portfolio | Bonus mit hohen Umsatzbedingungen |
Drei Beobachtungen, die die Tabelle nicht zeigt: Die Mehrheit der GGL-lizenzierten Anbieter konzentriert sich auf Slots, nicht auf Tischspiele. Die wenigen Plattformen mit Tischspiel-Erlaubnis auf Landesebene listen Craps nicht als Standardportfolio. Wer Craps tatsächlich live spielen will, landet fast zwangsläufig bei Offshore-Anbietern, die ihrerseits nicht an OASIS, LUGAS oder die 1.000-€-Monatsgrenze gebunden sind.
Die Anbieter im Detail
JackpotPiraten
JackpotPiraten wird von der DGGS Deutsche Gesellschaft für Glücksspiel mbH betrieben, die auch BingBong betreibt – ein und derselbe Betreiber, zwei Marken, beide mit GGL-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele und bundesweitem Vertriebsgebiet. Die Erlaubnis deckt Slots ab; Craps ist nicht im Portfolio. Für Spieler, die ausschließlich Craps suchen, ist die Plattform keine Adresse; wer eine seriöse, GGL-konforme Slots-Plattform mit deutscher Aufsicht sucht, findet sie hier. Der Schwerpunkt liegt klar auf Spielautomaten, nicht auf Tischspielen.
BingBong
BingBong ist die Schwesterplattform von JackpotPiraten unter demselben DGGS-Dach, ebenfalls mit GGL-Whitelist-Eintrag für virtuelle Automatenspiele. Die RTP-Übersicht listet rund 1.200 Spiele von mehr als 15 Herstellern – ein anderer Spielebestand als bei JackpotPiraten, obwohl derselbe Betreiber dahintersteht. Craps taucht in dieser Übersicht nicht auf. Die Plattform ist für Craps-Spieler irrelevant; wer Craps sucht, ist hier falsch, auch wenn die Lizenz und der Spielerschutz stimmen.
DIE SPIELBANK
Die-Spielbank ist die Plattform der Sächsischen Spielbanken-GmbH & Co. KG; die Erlaubnis besteht seit dem 03.11.2022, erteilt über das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Damit ist DIE SPIELBANK ein staatlicher Anbieter, keine kommerzielle Plattform. In Vergleichsportalen wird die Plattform gelistet, Craps-typische Spieloptionen tauchen in den Listings auf – eine belastbare Erwähnung, aber kein eigener Funktionstest. Wer einen landesaufsichtlichen Rahmen mit behördlicher Erlaubnis sucht und Craps zumindest im Angebot findet, hat hier eine Adresse. Der landesaufsichtliche Rahmen bedeutet auch: keine aggressiven Bonusaktionen, kein internationales Marketing.
Merkur
Merkur – genauer: Merkur-Spiel – wird von Merkur Bets Malta Limited betrieben und ist eine der wenigen Plattformen mit Erlaubnis für Online-Casinospiele auf Landesebene (Schleswig-Holstein). Damit ist Merkur eine der wenigen Adressen im Whitelist-Set, an denen Tischspiele überhaupt lizenziert sind. Craps gehört allerdings nicht zum Standardportfolio – Roulette und Blackjack dominieren das Tischspielangebot. Wer einen Tischspiel-lizenzierten Anbieter mit deutscher Aufsicht sucht und mit dem Fehlen von Craps leben kann, ist hier richtig. Wer Craps zwingend braucht, schaut weiter.
Tipico Games
Tipico Games ist auf der GGL-Whitelist mit einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele. Craps ist im Portfolio nicht enthalten. Die Marke ist im deutschen Sportwettenmarkt stark, im Bereich Online-Casino bleibt das Angebot auf Slots fokussiert. Für die Craps-Suche ist Tipico Games kein Ziel; die Plattform erfüllt aber die Standards, die ein GGL-lizenzierter Anbieter erfüllen muss – OASIS-Anschluss, LUGAS-Anbindung, 1.000-€-Monatslimit, vollständige KYC.
Wunderino
Wunderino wird von der Megapixel Entertainment Limited betrieben und führt eine GGL-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele. Craps ist nicht im Portfolio. Wie bei Tipico Games bleibt die Plattform im Craps-Kontext nur als Hintergrund relevant – sie zeigt, wie der GGL-Markt jenseits von Craps aussieht: Slots-dominiert, mit den typischen Schutzmechanismen, aber ohne Craps.
Ice Casino
Ice Casino wird laut Anbieterangabe von WhiteBox B.V. mit Sitz in Curaçao betrieben (Company Number 155412). Die Plattform ist nicht auf der GGL-Whitelist gelistet, hat keinen Anschluss an OASIS oder LUGAS und unterliegt keiner deutschen Aufsicht. Damit fällt sie rechtlich in den Bereich des unerlaubten Glücksspiels nach § 284 StGB. In Spielelisten wird Live-Craps über games.evolution.com erwähnt. Der Einzahlungsbonus trägt einen Rollover von 40×, Gewinne aus Freispielen 35× – Werte, die in den Top-Ligen der Bonusbelastung mitspielen.
Die Konsequenz für einen Spieler mit deutschem Wohnsitz: Wer bei Ice Casino spielt, nimmt bewusst einen Anbieter ohne deutsche Schutzwirkung in Kauf. Es gibt keine Sperre über OASIS, kein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit, keine deutsche Beschwerdestelle. Die Spielsuchtprävention läuft nur über die Werkzeuge, die der Anbieter selbst anbietet – und die sind mit keinem deutschen Standard gleichzusetzen. Craps-Spieler finden hier eine der wenigen Live-Varianten auf dem Markt; was das juridisch und praktisch bedeutet, muss jeder selbst entscheiden.
Slottica
Slottica wird laut Anbieterangabe von Atlantic Management B.V. mit Sitz in Curaçao betrieben (Lizenz OGL/2024/1060/0472). Auch Slottica ist nicht auf der GGL-Whitelist gelistet, kein Anschluss an OASIS oder LUGAS, keine deutsche Aufsicht. Craps ist im Portfolio nicht ausgewiesen – die Plattform wird hier vollständig aufgeführt, weil sie im Research-Set enthalten ist, aber für Craps-Spieler liefert sie schlicht kein Angebot. Die Bonusstruktur ist hochbelastet; konkrete Werte sind nicht in der Whitelist verifizierbar, weil es keine Whitelist für Slottica gibt. Spieler mit deutschem Wohnsitz spielen hier ohne jede deutsche Schutzwirkung.
Auszahlungsquote, Einsatzlimits und reale Bonuskosten
Wagering-Band: Was die Bonusangaben tatsächlich bedeuten
Die Bonusangaben der Offshore-Anbieter im Research-Set – Ice Casino mit 40× Rollover auf den Einzahlungsbonus, 35× auf Freispielgewinne – sind nicht in Stein gemeißelt, sondern werden auf der Anbieterseite veröffentlicht. Sie verändern sich mit Aktionen. Wer einen Bonus annimmt, sollte die Bedingungen zum Zeitpunkt der Annahme lesen, nicht zum Zeitpunkt der Recherche.
Ein Rechenbeispiel zur Einordnung: Bei einem Bonus von 100 € und einem Rollover von 40× ergibt sich ein erforderlicher Umsatz von 4.000 €. Bei einem durchschnittlichen Einsatz von 1 € pro Wurf (eine Annahme, die für Live-Craps nicht realistisch ist – die Mindesteinsätze liegen meist darüber) wären das 4.000 Würfe. Pro Wurf mit einem 5-Sekuten-Intervall gerechnet entspräche das etwa 5,5 Stunden reiner Spielzeit – eine Zahl, die nur die Größenordnung zeigt, nicht den konkreten Aufwand eines Craps-Tisches abbildet. Tatsächliche Craps-Sessions sind kürzer, dafür aber mit höheren Mindesteinsätzen pro Wette verbunden.
Wichtiger als die Stundenzahl ist die Frage, was der Umsatz kostet. Bei einem RTP von durchschnittlich 98,6 % für Pass-Line-Wetten – Hausvorteil 1,41 % – bedeutet ein erforderlicher Umsatz von 4.000 € einen erwarteten Verlust von etwa 56 €. Das ist die statistische Größe, die ein Spieler mit gleichmäßiger Pass-Line-Strategie im Schnitt verliert, bis die Rollover-Bedingung erfüllt ist. Wer Nebenwetten mit höherem Hausvorteil spielt, liegt darüber.
Diese Rechnung gilt nur unter der Annahme, dass ausschließlich Bonusgelder umgesetzt werden. In der Praxis akzeptieren Casinos unterschiedliche Spielbeiträge – Craps zählt oft zu 100 %, Slots ebenso, andere Spiele weniger oder gar nicht. Der reale Verlust hängt deshalb vom Spielmix ab, nicht nur vom Rollover-Faktor. Die Größenordnung von 1–2 % des Umsatzes als erwarteter Verlust bleibt aber eine brauchbare Faustregel.
Der Unterschied zwischen GGL-Limits und Offshore-Limits
Deutsche Lizenz trägt standardmäßig das 1.000-€-Monatslimit, das über LUGAS anbieterübergreifend durchgesetzt wird. Offshore kennt diese Grenze nicht – Ice Casino und Slottica setzen eigene Limits, oft fünfstellig pro Transaktion. Das klingt nach mehr Freiheit, ist aber ein zweischneidiges Schwert: Ohne die anbieterübergreifende Sperre hat der Spieler keine systemische Bremse. Wer bei drei Offshore-Casinos gleichzeitig spielt, kann pro Monat problemlos 30.000 € einsetzen, ohne dass ein Register es mitbekommt. Genau diese Schutzlücke ist der Grund, warum deutsche Aufsicht auf LUGAS setzt.
Markt und Aufsicht: Was die Zahlen für Craps-Spieler bedeuten
Der GGL-Tätigkeitsbericht 2025 beziffert den nicht regulierten Anteil am Online-Glücksspielvolumen für 2024 mit 23 %, entsprechend einer Kanalisierungsquote von 77 %. Für 2025 selbst weist die GGL keine eigenständigen Kennzahlen zur Größe des illegalen Marktes aus – ein Hinweis darauf, dass die Datenbasis noch im Aufbau ist. Die 23 % sind die Größenordnung, in der sich Offshore-Anbieter wie Ice Casino und Slottica bewegen: ein nicht unerheblicher Markt, der außerhalb jeder Aufsicht läuft.
Der Marktmonitor der GGL weist für virtuelle Automatenspiele Spieleinsätze von 1.201 Mio. € im Q1 2026 und 1.214 Mio. € im Q2 2026 aus. Craps taucht in dieser Statistik nicht separat auf – das Spiel ist zu klein, um eigene Zahlen zu rechtfertigen, und läuft zudem überwiegend über Offshore-Kanäle, die ohnehin nicht erfasst werden. Wer nach „Craps-Statistik Deutschland“ sucht, wird keine amtliche Zahl finden; die einzige belastbare Größe ist die Anzahl der Plattformen, die das Spiel listen.
Die 5,3 % virtuelle Slot-Steuer auf jeden Einsatz (§ 38 RennwLottG) trifft Craps nicht direkt – Craps ist kein virtuelles Automatenspiel. Was Craps-Spieler aber indirekt trifft: Die Steuer fließt in den deutschen Föderalismus, in die Aufsicht der GGL und in die Spielerschutzstruktur, die das deutsche System trägt. Wer bei einem Offshore-Anbieter spielt, zahlt diese Steuer nicht – und ist auch nicht in dieses Schutzsystem eingebunden.
Steuerliche Seite für Craps-Gewinne
Gewinne aus Glücksspielen sind für Gelegenheitsspieler in Deutschland grundsätzlich steuerfrei. Crypto-Wertsteigerungen nach § 23 EStG sind nach einem Jahr Haltefrist ebenfalls steuerfrei – wer also Bitcoin-Gewinne aus einem Offshore-Casino nach einem Jahr verkauft, muss diese nicht versteuern. Diese Aussage ist eine vereinfachte Modellrechnung und ersetzt keine Beratung; bei Gewinnen jenseits der Freigrenzen oder bei gewerblicher Spielstruktur ist der Steuerberater der erste Ansprechpartner.
Spielerschutz-Tools im direkten Vergleich
| Tool | Wirkung | Verfügbar bei |
|---|---|---|
| OASIS-Selbstsperre | Anbieterübergreifende Sperre, mindestens 1 Jahr | Alle GGL-lizenzierten Anbieter |
| LUGAS-Einzahlungslimit | 1.000 €/Monat standardmäßig, erhöhbar mit Einkommensnachweis | Alle GGL-lizenzierten Anbieter |
| Parallel-Spiel-Schutz | Verhindert gleichzeitiges Spiel auf mehreren Plattformen | Alle GGL-lizenzierten Anbieter |
| KYC vor erster Wette | Identitätsprüfung vor Spielbeginn | Alle GGL-lizenzierten Anbieter |
| 5-Sekunden-Intervall | Mindestabstand zwischen Spielrunden | Alle GGL-lizenzierten Slots |
| Eigenes Limit-System | Selbsteinstellbare Limits auf Anbieter-Ebene | Offshore-Anbieter, je nach Anbieter unterschiedlich |
Was diese Tabelle zeigt: Der deutsche Regulierungsrahmen wirkt nicht durch ein einzelnes Werkzeug, sondern durch das Zusammenspiel. Wer eines davon umgeht – etwa durch Parallel-Spiel auf einer Offshore-Plattform – umgeht alle. Die Konsequenz: Schutz gibt es nur, wenn konsequent bei GGL-lizenzierten Anbietern gespielt wird. Sobald auch nur ein Offshore-Anbieter ins Spiel kommt, ist die Kette unterbrochen.
Welche Plattform für welchen Spielertyp
Craps-Suchende mit Wohnsitz in Deutschland stehen vor einer scharfen Trennung. Wer eine deutsche Lizenz will, hat faktisch nur die Plattformen mit Online-Casinospiele-Erlaubnis auf Landesebene – und dort ist Craps selten im Standardportfolio. Wer Craps tatsächlich live spielen will, findet es überwiegend bei Offshore-Anbietern – mit allen Konsequenzen, die das Fehlen von OASIS, LUGAS und deutscher Aufsicht mit sich bringt.
Eine seriöse Herangehensweise beginnt mit der Frage, was dem Spieler wichtiger ist: Lizenz und Spielerschutz, oder Craps im Programm. Beides zusammen ist auf dem deutschen Markt aktuell eine Seltenheit. Wer auf der Lizenzseite bleibt, akzeptiert, dass Craps möglicherweise nur als RNG-Variante oder gar nicht verfügbar ist. Wer aufs Spiel setzt, akzeptiert die Lücke im Spielerschutz.
Der Mittelweg, der oft beschritten wird, ist die Frage nach dem eigenen Spielverhalten. Wer sein Spielverhalten im Griff hat und sich klare Limits setzt, kann auf einer Offshore-Plattform spielen – das Fehlen einer anbieterübergreifenden Sperre ist dann weniger ein Sicherheitsrisiko als eine Entscheidung gegen eine externe Kontrolle. Wer merkt, dass die Limits nicht eingehalten werden, ist bei einem GGL-lizenzierten Anbieter besser aufgehoben, auch wenn Craps dort fehlt.
Zahlungen und Verifizierung: Wie der Geldfluss in deutschen und Offshore-Casinos läuft
§ 6b Abs. 4 GlüStV 2021 schreibt vor, dass Zahlungen nur von einem Konto im Namen des Spielers bei einem EU-regulierten Zahlungsdienstleister erfolgen dürfen. Anonyme Einzahlungen sind verboten – kein lizenzierter Anbieter akzeptiert Kryptowährungen. Die konsequente Folge ist, dass Ice Casino und Slottica zwar Crypto-Zahlungen anbieten, ein lizenzierter deutscher Anbieter aber nicht. Die KYC-Prüfung vor der ersten Wette ist bei GGL-lizenzierten Anbietern verpflichtend; bei Offshore-Anbietern variiert sie von minimal bis vollständig.
Für die Auszahlungsseite bedeutet das: Lizenzierte Anbieter zahlen auf das verifizierte Konto aus, von dem die Einzahlung kam. Offshore-Casinos erlauben teilweise Auszahlungen auf andere Zahlungsmittel, was den Geldfluss schwerer nachvollziehbar macht – und im Streitfall die Rückbuchung erschwert. Wer mit höheren Beträgen spielt, sollte diesen Aspekt mitlesen, auch wenn er bei kleineren Sessions irrelevant erscheint.
Live-Craps als Mangelware: Was das für das Spielangebot bedeutet
Craps ist im internationalen Vergleich ein Nischenspiel – die Casinos in Las Vegas und Macau führen dutzende Tische, der europäische Online-Markt hat oft nur eine oder zwei Live-Varianten im Programm. Auf dem deutschen Markt verschärft sich das durch die Lizenzstruktur: Die wenigen Plattformen mit Tischspiel-Erlaubnis konzentrieren sich auf Roulette und Blackjack, weil diese Spiele den breiteren Markt bedienen und die Aufsicht weniger Detailregeln erfordert. Craps ist tischspielmechanisch komplexer – der Stickman, die Setzfelder, die Würfelreihenfolge – und für Online-Live-Streams aufwendiger zu produzieren.
Das erklärt, warum Craps-Listings auf Plattformen wie DIE SPIELBANK nur über Vergleichsportale belegt sind und nicht durch eine eigene Live-Variante der Plattform selbst: Die Listings beschreiben das Spiel, das in einer internationalen Variante läuft, nicht eine eigens für den deutschen Markt produzierte Version. Wer Craps live spielen will, ist mit dieser Marktlage konfrontiert – und muss zwischen Anbieterverfügbarkeit und Aufsichtsstatus abwägen.
Was die Recherche nicht klären konnte
Die Verfügbarkeit konkreter Craps-Varianten bei GGL-lizenzierten Anbietern ist für Spieler oft schwer zu prüfen. RTP-Werte für Craps von 98,59 % basieren meist auf allgemeinen Spielregeln und nicht auf spezifischen Datenblättern der Anbieter. Auch Bonusstrukturen von Offshore-Anbietern sind in stetem Wandel und ohne amtliche Bestätigung, weshalb Spieler stets die aktuellen Bedingungen direkt beim Anbieter prüfen sollten.
Wer diese Lücken als Entscheidungsgrundlage nimmt, sollte sich bewusst sein, dass er eine Auswahl trifft, die auf Listing-Daten und Anbieter-Selbstauskunft beruht – nicht auf einer amtlichen Bestätigung der Spielverfügbarkeit. Das ist die Realität eines Marktes, in dem Craps eine Nische ist und die Aufsicht überwiegend auf das Massengeschäft Slots ausgerichtet ist.
Häufige Fragen
Ist Craps in deutschen Online-Casinos legal spielbar?
Craps ist in Deutschland legal spielbar, wenn der Anbieter eine Erlaubnis für Online-Casinospiele auf Landesebene führt. Die GGL-Whitelist listet unter g-id 3 nur 5 Anbieter mit dieser Erlaubnis; Craps ist dort selten im Standardportfolio. Anbieter mit reiner Slots-Erlaubnis dürfen Craps nicht anbieten.
Wann gewinnt die Pass-Line-Wette beim Come-Out-Wurf sofort?
Die Pass-Line-Wette gewinnt sofort, wenn der Come-Out-Wurf eine 7 oder 11 zeigt – das wird als „Natural“ bezeichnet. In diesem Fall wird der Einsatz 1:1 ausgezahlt und die Runde endet, ohne dass ein Point etabliert wird.
Bei welchen Würfelzahlen verliert die Pass-Line-Wette sofort?
Die Pass-Line-Wette verliert sofort, wenn der Come-Out-Wurf eine 2, 3 oder 12 zeigt – die Würfelkombination wird „Craps“ genannt. Bei einer 12 wird der Einsatz meist zurückgegeben, da 12 als „Push“ behandelt wird; bei 2 und 3 ist die Wette verloren.
Was bedeutet der Begriff Come-Out-Wurf beim Craps?
Der Come-Out-Wurf ist der Eröffnungswurf einer neuen Runde beim Craps. Er entscheidet, ob die Pass-Line-Wette sofort gewinnt, sofort verliert oder ob ein Point etabliert wird. Wird ein Point etabliert, folgen weitere Würfe, bis der Point oder eine 7 fällt.
Gibt es Craps als Live-Tisch in deutschen Online-Casinos?
Live-Craps-Varianten sind auf dem deutschen Markt selten und konzentrieren sich überwiegend bei Offshore-Anbietern. Lizenzierte Plattformen mit Tischspiel-Erlaubnis führen Craps nicht regelmäßig im Live-Programm; wer eine Live-Craps-Version sucht, findet sie meist außerhalb der GGL-Whitelist – mit den entsprechenden Folgen für OASIS, LUGAS und das anbieterübergreifende Einzahlungslimit.
Welche Grundwetten gibt es beim Craps neben der Pass-Line?
Neben der Pass-Line gibt es Don’t-Pass (Hausvorteil 1,36 %), Come (1,41 %), Don’t-Come (1,36 %), Place-Wetten auf 6/8 (1,52 %), 5/9 (4,00 %) und 4/10 (6,67 %), Odds-Wetten hinter Pass/Come (0 %), Any Seven (16,67 %), Any Craps (11,11 %), Hardways (9,09–11,11 %) sowie Spezialwetten wie Yo (11,11 %) und Snake Eyes (13,89 %). Big 6 und Big 8 zahlen 1:1, sind aber gegenüber Place-Wetten die schlechtere Wahl.
Erstellt von der Redaktion von „Casino Auszahlung Info”.
